ADHS-Medikamente: Grundlagen

Medikamente sind eine wichtige Säule der ADHS-Behandlung bei Erwachsenen. Etwa 70-80% der Betroffenen sprechen gut auf medikamentöse Therapie an. Die Wirkung kann oft lebensverändernd sein.

Stimulanzien: Die Standardbehandlung

Methylphenidat (Ritalin, Medikinet, Concerta)

Methylphenidat ist das am häufigsten verschriebene ADHS-Medikament. Es erhöht die Konzentration von Dopamin und Noradrenalin im Gehirn.

  • Wirkung: Verbesserte Konzentration, reduzierte Impulsivität
  • Wirkeintritt: 30-60 Minuten
  • Wirkdauer: 3-12 Stunden je nach Präparat
  • Dosierung: Individuell, meist 10-60mg/Tag

Amphetamine (Elvanse)

In Deutschland seit einigen Jahren auch für Erwachsene zugelassen.

  • Wirkung: Ähnlich wie Methylphenidat
  • Wirkdauer: Bis zu 14 Stunden
  • Besonderheit: Oft gleichmäßigere Wirkung

Nicht-Stimulanzien

Atomoxetin (Strattera)

Alternative für Patienten, die Stimulanzien nicht vertragen.

  • Wirkung: Erhöht Noradrenalin
  • Wirkeintritt: Erst nach 2-4 Wochen
  • Vorteil: Keine Abhängigkeitsgefahr

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen umfassen:

  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Schlafprobleme
  • Erhöhter Blutdruck und Puls
  • Kopfschmerzen
  • Nervosität oder Reizbarkeit

Viele Nebenwirkungen lassen nach einigen Wochen nach oder können durch Dosisanpassung minimiert werden.

Medikation richtig einstellen

Die richtige Dosierung zu finden ist ein individueller Prozess:

  • Start mit niedriger Dosis
  • Schrittweise Erhöhung unter ärztlicher Kontrolle
  • Regelmäßige Rückmeldung über Wirkung und Nebenwirkungen
  • Anpassung nach 4-6 Wochen möglich

Wichtige Hinweise

ADHS-Medikamente sollten nur nach professioneller ADHS-Diagnostik und unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Eine Kombination mit Psychotherapie ist oft am wirksamsten.

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