Der Zusammenhang zwischen ADHS und Angst

30-50% der Erwachsenen mit ADHS leiden auch an einer Angststörung. Diese hohe Komorbidität ist kein Zufall.

Warum Angst bei ADHS so häufig ist

Neurobiologische Faktoren

ADHS und Angststörungen teilen neurobiologische Mechanismen. Beide betreffen die Regulation von Stresshormonen und Neurotransmittern.

Lebenserfahrungen

Jahre des Scheiterns, der Kritik und des Nicht-Verstanden-Werdens können bei unbehandeltem ADHS zu Angst führen:

  • Versagensangst durch wiederholte negative Erfahrungen
  • Soziale Angst nach Zurückweisungen
  • Generalisierte Angst durch ständige Überforderung

Arten von Angststörungen bei ADHS

Soziale Angst

Angst vor sozialen Situationen, oft nach jahrelangen Erfahrungen des 'Anders-Seins' und der Ablehnung.

Generalisierte Angststörung

Ständige Sorgen und Befürchtungen, oft durch chronische Überforderung und Organisationsprobleme befeuert.

Panikstörung

Plötzliche Panikattacken, manchmal ausgelöst durch Überstimulation oder Überforderung.

Unterscheidung: ADHS-Unruhe oder Angst?

Symptome können sich überlappen:

  • Innere Unruhe: Bei beiden vorhanden
  • Konzentrationsprobleme: ADHS oder angstbedingt?
  • Vermeidung: Prokrastination oder Angstvermeidung?

Typisch für ADHS (nicht Angst)

  • Lebenslang vorhanden, seit Kindheit
  • Situationsunabhängige Rastlosigkeit
  • Hyperfokus bei Interessen möglich

Typisch für Angst (nicht ADHS)

  • Spezifische Auslöser identifizierbar
  • Katastrophendenken
  • Körperliche Angstsymptome (Herzrasen, Schwitzen)

Behandlung bei Komorbidität

Medikamentös

Die Behandlung ist komplex:

  • ADHS-Medikamente können Angst reduzieren oder verstärken
  • Manche Antidepressiva helfen bei beiden
  • Individuelle Abstimmung notwendig

Psychotherapie

Kombinierte Ansätze sind am wirksamsten:

  • Kognitive Verhaltenstherapie für Angst
  • ADHS-spezifisches Training
  • Achtsamkeit zur Regulation

Selbsthilfe-Strategien

  • Atemtechniken bei akuter Angst
  • Strukturen gegen Überforderung
  • Sport zur Regulation
  • Ausreichend Schlaf

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